Grenzöffnung 1989

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Autor: Peter Baudenbacher


November 1989 bis Januar 1990

Eine Utopie ist Wirklichkeit geworden

Die Grenze zur DDR.
Seit über 40 Jahren undurchlässig, unmenschlich, und wie es schien, für alle Zeiten unveränderlich!
Die im Landkreis Rhön Grabfeld lebenden Menschen hatten sich damit abgefunden. An eine Veränderung in der DDR und an eine Grenzöffnung dachte niemand.

Doch denkste!

Plötzlich, über Nacht öffnete die DDR die Grenze und es wurde alles anders.

Die Bewohner aus unserer Nachbarschaft im Osten, sie kamen - unaufhaltsam - sie kamen in hellen Scharen!

Die Nacht als die Trabis kamen

9.November 1989

Wir Einheimischen wurden förmlich von Ihnen überrannt. Überall in den Grenzdörfern und Städten kam es zu erschütternden Szenen und wahrhaftigen Freudenfesten. Menschen die sich 40 Jahre nicht mehr gesehen haben – getrennt durch den Zaun – plötzlich waren sie wieder da, jetzt konnte man sich wieder sehen, wieder miteinander sprechen.

Auch an der Grenze veränderte sich vieles. Zunächst langsam, dann aber.!

Plötzlich konnten die Soldaten der Grenztruppen diejenigen die jahrelang nicht gegrüßt, nicht geredet haben, R E D E N

Echt!

Und sogar deutsch!
Die Angehörigen der Grenztruppen, die Grenzaufklärer, Soldaten und Offiziere, alle die bisherigen „ stummen Gegenüber“ .
Langsam wurde es hier an der Grenze „normal“. Wir führten mit den Angehörigen der Grenztruppe lange Gespräche, über alle Themen. Bewohner aus dem Bundesgebiet und Bewohner aus der DDR, die erstmals die Grenze von westlicher Seite sahen, alle standen gemeinsam an der Grenze, alle waren froh und glücklich, dass endlich die Jahre der Trennung vorbei waren.

Nachdem die ersten Wochen vorbeigingen und im gesamten Bundesgebiet ein Übergang nach dem anderen geöffnet wurde, nur hier bei uns im Grabfeld alles still blieb, wurde der Ruf nach einem Grenzübergang immer lauter, immer drängender.

Um die Forderungen nach einer Grenzöffnung mehr Nachdruck zu verleihen, veranstalteten die benachbarten DDR-Gemeinden eine Demonstration an der Grenze bei Eicha. Diese Veranstaltung war zwar bekannt, aber niemand dachte dabei an eine spontane Grenzöffnung.

Am Samstag, den 2. Dezember 1989 kam ich im Rahmen meines GAD-Dienstes u.a., auch zur Wegesperre Trappstadt/Eicha. Hier war bereits eine Bundesgrenzschutz-Streife anwesend, sowie 3 GAK (Grenzaufklärer) der Grenztruppen. Im Laufe einer Unterhaltung erzählten die Grenzaufklärer dass in Eicha zurzeit eine Demonstration stattfindet mit dem Ziel die Öffnung der Grenze zu erreichen. Seitens der DDR werde aber alles veranlasst einen unerlaubten Grenzübertritt zu verhindern. Daraufhin setzte die anwesende Bundesgrenzschutz-Streife ihren Grenzdienst fort. Plötzlich, gegen 13.30 Uhr, waren Rufe zu hören:

„nieder mit dem Zaun, die Grenze muss weg“.

Die am Grenzzaun in Eicha eingesetzten DDR-Kräfte sahen, um Gewalt zu verhindern, keine andere Möglichkeit mehr als tatsächlich das Tor im Stacheldrahtzaun zu öffnen und den Demonstranten den Weg nach Trappstadt freizugeben. Über Funk wurde von mir sofort Bundesgrenzschutz und Grenzpolizei verständigt. Ebenfalls sofort verständigt wurden der Bürgermeister von Trappstadt und die Bürger der Gemeinde. Obwohl die gesamte Aktion von keiner Seite vorbereitet war, entstand daraus eine riesige Begrüßungsfeier!
Die Freude, sich endlich wiederzusehen war unbeschreiblich. Empfinden kann es eigentlich nur der, der es hautnah miterlebt hat.

Durch diese spontane Aktion der Bürger aus Eicha und Linden wurde der Ausbau des Übergangs Trappstadt/Eicha mit Sicherheit schneller als gedacht durchgeführt. Bereits am 5.12.1989 wurde mit dem Ausbau der Straße zwischen Trappstadt und Eicha begonnen und am 23.12.1989 ist der Übergang feierlich für den Verkehr freigegeben worden.

 

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One Response to “Grenzöffnung 1989”

  1. Verschiedene Abkürzungen müssten erläutert werden.
    Zeilenumbruch sollte automatisiert werden!
    Gruß LOthar

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