Hungerjahre

Autor:  Johannes Malchàrek

Beginnen wir mit den Kriegsjahren zwischen 1939 und 1945. Mein Vater wurde bereits zu Beginn des Krieges zur Wehrmacht eingezogen. Unser Friseurgeschäft wurde anfangs von meiner Mutter und den Angestellten weiter geführt. 1942 war ich 11 Jahre alt. Ich hatte noch 3 Geschwister, 2 Schwestern und einen Bruder. Unsere Heimat war eine Kleinstadt am Rande des Südharzes. Durch das Friseurgeschäft waren wir natürlich überall im Ort bekannt. Auch durch die sportlichen Aktivitäten meines Vaters hatten wir viele Freunde und Bekannte.

Die Versorgung der Bürger mit Lebensmitteln für den täglichen Bedarf war während dieser Zeit von der Regierung her gesorgt. Um den Mangel an bestimmten Konsumgütern besser verwalten zu können, wurden Berechtigungsscheine für den Bezug von Gütern ausgegeben. Diese Berechtigungsscheine waren auf die Bedürfnisse der Bürger abgestimmt, zum Beispiel für Kinder, für werdende Mütter, für Fronturlauber oder Schwerarbeiter. So gab es Lebensmittelkarten für Brot, Fett, Eier, Fleisch, Zucker, Seifen und Kleider. Damit war die Versorgung der Bürger einigermaßen sicher gestellt, wenn auch auf recht niederem Niveau. Read the rest of this entry »

July 2nd, 2010 horst, Tags: , , ,

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Die Grenze - Deutschland / Deutschland

Autor:  Johannes Malchàrek

Die Europäische Beratende Kommission hatte bereits am 15. Januar 1944 vorgeschlagen, nach Beendigung des 2.Weltkrieges Deutschland in den Grenzen vom 31. Dezember 1937 zu Besatzungszonen aufzuteilen. Den nordwestlichen Teil sollten die Briten, den nordsüdlichen Teil die Amerikaner und den östlichen Teil die Sowjets zur Verwaltung erhalten. Von der deutschen Hauptstadt Berlin wurde der nordöstliche Teil den Sowjets zugesprochen.

Ursprünglich wollten die Sowjets den Franzosen keine eigene Besatzungszone zugestehen, da Josef Stalin den Einwand brachte, die Franzosen hätten wenig zum Sieg gegen Deutschland beigetragen und hätten im Gegenteil den Deutschen Truppen in Frankreich Tür und Tor geöffnet. Doch im Nachhinein erhielten die Franzosen die südliche Rheinprovinz Hohenzollern, das südliche Württemberg, das Land Baden, die bayerische Pfalz und den linksrheinischen Teil von Rheinhessen zur Verwaltung. Read the rest of this entry »

December 13th, 2009 horst, Tags: , ,

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Eine Reise nach Israel

Autor:  Ingrid Raum

Im Jahr 1992 lernte mein Mann auf dem Frankfurter Flughafen einen jungen israelischen Geschäftsmann kennen, der auf seinen Reisen zwischen seiner Heimat Tel Aviv und Hong Kong und Südafrika immer in Frankfurt zwischenlandete. Die beiden Männer waren sich auf Anhieb sympathisch und mein Mann lud diesen jungen Israeli spontan ein, wenn er wieder einmal in Frankfurt sei, einen Abstecher nach Nürnberg zu machen. Die Stadt war ihm unbekannt und die Schilderung meines Mannes musste so gewesen sein, dass er sich dazu entschloss. Einige Wochen später klingelte bei uns das Telefon, ein Anruf aus Hong Kong – ob es uns passen würde, er sei nächste Woche in Frankfurt und könne 2 Tage nach Nürnberg kommen. Read the rest of this entry »

November 15th, 2009 horst, Tags: , , , ,

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Plötzlich waren die Russen da

Autor:  Dieter Wilhelm

Man hatte ja sehr viel Grauenhaftes von den Russen­einmärschen in Ostpreußen gehört. Obwohl vieles nur Propaganda war und uns objektive Berichte nicht zur Verfügung standen , das Abhören von „Feindsen­dern“ wurde mit Zuchthaus bestraft, ist sicherlich viel vorgefallen. Unsere Eltern waren sehr in Sorge. Zu­letzt war der Krieg so nahe, dass wir die Granaten flie­gen hörten. Eine schlug unvermittelt ein und tötete eine Passantin, die lag plötzlich ohne Kopf da. Unsere jugendliche Begeisterung für das Kriegsspielen ver­rauchte ganz schnell. Read the rest of this entry »

November 15th, 2009 horst, Tags: ,

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Eine Bootsfahrt die ist lustig

Autor:  Kurt Raum

In den 80iger Jahren haben wir die Liebe zu Hausbootfahrten in Frankreich entdeckt. Mittlerweilen kennen wir sehr viele Kanäle und Flüsse, die wir mit verschiedenen Hausboottypen befahren haben. Das erste Mal waren wir nur zu Dritt, d.h. meine Frau, mein Sohn und ich.

Die erste Schiffsfahrt ging von Saint-Jean-de-Losgne auf der Saone nördlich bis Gray. Es war eine sehr interessante Fahrt, da es zum ersten Mal ein Urlaub mit einem Hausboot war. Das erste Erlebnis war in Auxonne. Wir legten im Hafen an und wurden plötzlich durch laute Gespräche geweckt. Ich schaute nach draußen und bemerkte, dass alle unsere Boote abgehängt wurden und wir auf ein Wehr zutrieben. Read the rest of this entry »

November 3rd, 2009 horst, Tags: ,

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Eine abenteuerliche Reise nach Jordanien

Autor:   Kurt Raum 

Meine Jugend verbrachte ich in Hersbruck, einer Kleinstadt mit damals ca. 10.000 Einwohnern. Das war 1958. In dieser Kleinstadt tauchten plötzlich fünf Araber auf, die in den Faun-Werken bei Lauf/Pegnitz ein Praktikum absolvierten. Soud, Faruk, Ibrahim und Marwan kamen aus Jordanien und Magdi kam aus Ägypten.

Wir verbrachten viel Freizeit miteinander und langsam konnte ich auch das eine oder andere Wort in Arabisch sprechen. Auch die Gäste aus Jordanien und Ägypten gewöhnten sich an unsere Sitten und Gebräuche und tranken im Jazz-Keller, den ich mit meinen deutschen Freunden selbst eingerichtet hatte, ziemlich viel Alkohol und aßen auch sehr gerne Bratwürste und Schweinebraten.

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October 28th, 2009 horst, Tags: , ,

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Die Anfänge des Fernsehens in Belgien

Dieser Text ist eine Übersetzung der Geschichte

Les débuts de la télévision belge /1

Von zwei Älteren, die Teil der ersten technischen Crew der Radio Télévision Belge waren: Maurice Broekaert & Jules Collier

Die Anfänge des Fernsehens am Institut National de Radiodiffusion (INR – NIR) sollten, zumindest in Belgien, nicht als die ersten in Europa betrachtet werden, weil Fernsehen offiziell schon existierte, mit 819 Zeilen in Frankreich, 625 Zeilen in den Niederlanden, 405 Zeilen im Vereinigten Königreich seit 1936 und in Deutschland schon im März 1935. Mit ihren bescheidenen zweistündigen Sendungen täglich sahen die Fernsehstationen eher wie ein kleiner Amateurklub als das Telekommunikationsnetz aus, zu dem sie später wurden.
Die erste Fernsehcrew in Belgien hielt das heilige Feuer, das war unbestreitbar.
Was könnte aufregender sein, als sich der Wirklichkeit gegenüberzusehen und zu wissen dass, sobald man diese Wirklichkeit im Studio in Bilder umsetzte, Leute – natürlich privilegierte – diese Bilder augenblicklich zuhause sehen konnten.

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September 30th, 2009 bea, Tags: , , , , , ,

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In den Wäldern …

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Dans les bois…

von Jean-Pierre, geboren 1941

Ich wurde 1941 geboren, in einem kleinen Dorf namens Ax-les-Thermes in der Nähe von Toulouse, wo sich unsere Familie jüdischer Herkunft versteckt hielt.

Um uns ernähren zu können, nähte meine Mutter, eine gelernte Schneiderin, Kleider und Röcke für die Dorfbewohnerinnen, und wir wurden mit Essen bezahlt, um das Baby und meine Eltern zu ernähren. Read the rest of this entry »

September 30th, 2009 bea, Tags: , , , , ,

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Gewerkschaftswesen: Warum ich als Gewerkschafter aktiv wurde

Dieser Text ist eine Übersetzung der Geschichte

Syndicalisme : ce qui m’a poussé à m’engager comme syndicaliste

von Jean-Paul

Als ich bei Philips arbeitete, war ich nicht in der Leitung der Personalentwicklung beschäftigt, sondern in der Leitung des Menschenparks. Als Sozialarbeiter stellte ich mir bald einige Fragen.
Ich habe auch in der Personalabteilung einer Fabrik gearbeitet, die unter anderem militärische Radarfeuerleitungen für NATO-Flugzeuge baute.
Ich musste die Namen der Arbeiter aufschreiben, die nach Jugoslawien reisten, und ich wusste, als ich den Urlaubsschein bekam, dass sie im September herausgeworfen würden. Ich legte diejenigen zur Seite, die nach Jugoslawien gefahren waren, und ein Mann, der für die Regierung arbeitete (einer vom Geheimdienst, »Verteidigung/Sicherheit«) kam, um die Karten zu untersuchen. Keiner wusste etwas darüber, nur acht Personen aus der Personalleitung unter 15 000 Arbeitern in der Fabrik wussten, dass dieser Kerl vom Geheimdienst der Regierung kam. Read the rest of this entry »

September 30th, 2009 bea, Tags: , , , , , ,

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Wiedergeburt eines Dorfes

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Renaissance d’un village

von Gaston Fayard, 87 Jahre

Ich würde gerne ein bisschen über mein Dorf reden. Man kriegt viele Leute zu hören, die sich darüber beklagen, dass in kleinen Städten Bahnhöfe geschlossen werden, und das verstehe ich völlig. Aber in meinem Dorf fühlen wir uns schon seit Langem vom Rest der Welt verlassen. Der letzte Laden schloss Ende der 1990er. Ich muss zugeben, dass ich teilweise mit daran Schuld bin: Ich bin weggezogen, um meinen Lebensunterhalt in Lyon zu bestreiten, und kam für meinen Ruhestand zurück. Wieder zurück in meinem Familienhaus wurde mir klar, dass mehr als die Hälfte aller Häuser inzwischen abgeschlossen waren und niemand irgendwann wirklich darüber geklagt hatte, weder die verschiedenen Bürgermeister noch die Einwohner. Read the rest of this entry »

September 30th, 2009 bea, Tags: , ,

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Ein versunkenes Dorf

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Un village englouti

von Pierre Castaings, 83 Jahre

Ich würde gerne unseren jungen Leuten (und auch den weniger jungen) sagen, dass dieses neue Thema der nachhaltigen Entwicklung, das heute so modern ist, wirklich ernst genommen werden muss. In meiner Familie lieben eigentlich alle – mein Vater, meine Onkel, ich selbst – die Pyrenäen von beiden Seiten. Wie Sie sich vorstellen können, bin ich mit dem Bergwandern weniger aktiv als früher (aber ich wandere noch von Zeit zu Zeit, weil mich meine Enkel sonst nie in Frieden lassen würden). Read the rest of this entry »

September 30th, 2009 bea, Tags: , , , ,

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